Egmond Halve 2018

… oder wie Marie ans Meer kam
NAGUT. ZULLERERST: WIE ICH ZU BUNERT KAM

Eigentlich begann alles mit dem Blumensaatlauf. Oder noch eher, mit dem Herbstwaldlauf in Bottrop, bei dem ich einen Flyer vom Blumensaatlauf mitgenommen habe. Ich wollte zum Jahresende auch nochmal einen Lauf mit meinem Papa bestreiten, und er ließ sich mehr oder weniger leicht zu dem Wettkampf am wunderschönen Baldeneysee überreden. Glück für uns, denn so konnten wir bei wunderbarem Wetter einen schönen Abschluss der Herbstsaison genießen.

Dort fiel mit der Stand des Laufladens Bunert auf, von dem ich auch schon in der Runnersworld gelesen hatte. Außerdem war beim Laufbotschaftertreffen des VivawestMarathons immer wieder der Laufkurs der Ausdauerschule Bunert Thema gewesen und ich war neugierig geworden, was sich hinter dem Unternehmen versteckte. Auch wenn ich eigentlich bei sowas eher von der schüchternen Sorte bin – man glaubt es kaum- hab ich mich dann doch getraut, die Frau am Bunertstand anzusprechen. Nochmal alles richtig gemacht- denn die hat mir die Emailadresse vom  Inhaber des Essener Bunert-Shops gegeben. Und so saß ich drei Wochen später mit Marc Böhme bei einem Kaffee in einem wahnsinnig modern ausgestatteten Laufladen und ließ mir von der Erfolgsgeschichte der Bunertfamilie erzählen.
 
Marc und sein Team in Essen waren mir auf Anhieb sympathisch und auch wenn wir alle Details unserer Zusammenarbeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt hatten wusste ich, dass ich unheimlich gerne mit und für diese Leute arbeiten würde.

EINE TOLLE ÜBERRASCHUNG!
Als mich also schon einen Tag später eine WhatsApp von Marc erreichte, in der er mir anbot, mit Bunert und deren Partner Saucony zum Halbmarathon nach Egmond an Zee zu reisen, konnte ich mein Glück kaum fassen! Ich musste leider noch einen Tag Jahresabschlussbesprechung mit Statistik, Krankenhausökonomie -und Managment in der Klinik abwarten, bis ich zuhause in meinen Kalender gucken konnte (jaaa, ich gehöre zu den Menschen, die ganz altmodisch in einen Papierkalender schreiben). Das Grinsen war aber glaub ich an diesem Tag nicht aus meinem Gesicht zu bekommen ! 
Und kaum zuhause- Termin gecheckt- zugesagt!
Marie- superhappy!

AUF NACH HOLLAND
Zwei Wochen nach dem WupperBergeMarathon ging es also los – Freitags abends nach der Arbeit eine viel zu große Tasche gepackt- ich tendiere dezent dazu, bei jeder noch so  kurzen Reise viiiiel zu viel  einzupacken-ging es Samstag Morgen mit leider immer noch laufender Nase los. Eine Erkältung hatte ich in der Woche zuvor mit 4 trainingsfreien Tagen vorbildlich auskuriert und so nur noch den Schnupfen als Residuum mit nach Holland genommen.  
Am Bahnhof in Essen hab ich mich mit Marc und Cornelia getroffen, Cornelia hatte das Wochenende und den Startplatz bei einem Gewinnspiel von Bunert und Saucony gewonnen. Genau wie Silke, die wir gemeinsam mit dem Verantwortlichen für Bunert Marketing und den Online Shop, Matt, auf dem Weg nach Willich eingesammelt haben.    
 
In Willich trafen wir den Rest der Truppe: Ein bunter Haufen von Leuten in unterschiedlichem Alter, Trainingslevel und Beruf. Das wichtigste aber, mit einer Gemeinsamkeit: der Liebe zum Laufen. 

EINE BUSFAHRT DIE IST LUSTIG… VOR ALLEM, WENN SIE ENDLICH VORBEI IST!
Von Willich ging es im Reisebus  nach Egmond, wo wir am Nachmittag ankamen und uns nach kurzem Check In im Hotel direkt zum Gruppenfoto und einer Laufrunde am Strand verabredet haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon mit einigen wunderbaren Leuten Bekanntschaft geschlossen und der kurze Auslauf am Strand hat die Vorfreude auf das Event noch geschürt- Wind, Strand, und Laufen mit dem Blick in die scheinbar unendliche Weite. Kann man sich mehr wünschen?

DER OBLIGATORISCHE STADTBUMMEL
Nach dem gemeinsamen Läufchen habe ich mit Silke das kleine Örtchen Egmond unsicher gemacht- Silke kannte den Ort bereits und konnte mir die zuckersüße Einkaufsstraße mit einigen so richtig holländischen Häuschen und Geschäften zeigen.
 
Mit Käse und gerösteten Nüssen bewaffnet ging es zeitnah zurück ins Hotel, da um 17  Uhr ein Meet and Greet mit der gesamten Truppe sowie dem Saucony-Team anstanden.

EIN ABEND UNTER LÄUFERN
Als dann Getränke und Snacks gebracht wurden, merkten wir erst, wie hungrig so ein Tag im Bus tatsächlich macht! Die von den netten Kellnerinnen gelieferten Platten mit Antipasti waren im Nu leergefuttert.
 
Das war also der Auftakt zu einem gemütlichen Abend, netten Gesprächen mit inspirierenden Läufern und leckerem Essen (auch wenn die Nudeln fehlten!), der um 23 Uhr mit einem total offenen Gespräch mit Silke und Marc endete. Beide haben von der Weltmeisterschaft in Lyon geschwärmt, an der sie erfolgreich teilgenommen haben. Außerdem hat Marc von den gefühlten 1 Million Projekten erzählt, die er sich für das nächste Jahr überlegt und vorgenommen hat. Ich habe in meinem Leben bisher wenige Menschen erlebt, die so begeistert und mit Herzblut bei ihrem Job sind. Marcs Leidenschaft für das Laufen, seinen Laufladen und seine Motivation andere Menschen fürs Laufen zu begeistern sind absolut authentisch, ansteckend und sympathisch.

RACEDAY!!!
Silke und ich hatten einen Notfallwecker gestellt als wir um halb zwölf aufs Zimmer kamen. Start für den Halbmarathon sollte erst um 12:30 mittags sein und so sollte ein Frühstück um neun reichen. „Bis dahin sind wir locker wach!“ Pustekuchen. Der Wecker um 9:00 riss uns beide aus den tiefsten Träumen! 
Halb verschlafen ging es also ins Hotelrestaurant zum Frühstück, wo sich schon jede Menge Läufer tummelten. Vor allem der Kaffee und der Korb mit Bananen waren beliebte Anlaufspunkte an diesem Sonntag. Für mich gab es ein Brötchen mit Erdnussbutter (absolutes Lieblingsnahrungsmittel seit der Kindheit) und Müsli mit Obst. Das Highlight?
 
Unser Frühstückstisch war direkt an einer Glasfront mit Blick auf den Startbereich. Wir waren also keine fünf Meter entfernt vom bunten Treiben auf der Straße, wo sich so langsam alles für den 10km Start klarmachte!

LOS GEHT’S
Nach dem Frühstück ging es also nur vor die Tür- und schon konnten wir hautnah miterleben, wie der Startschuss (oder die Startschüsse- in Egmond wird gestaffelt gestartet) fielen. Dabei schon eine Wahnsinnsstimmung, mehr Party – als Wettkampfgefühl. Die Vorfreude auf den Halbmarathon wuchs!
 
Nun mussten nur noch die supercoolen Laufsachen angelegt werden, die Saucony und Bunert mir zur Verfügung gestellt hatten, und über die ich mich schon am Vortag wie ein Schneekönig gefreut habe, die Startnummer befestigt werden und los ging es Richtung Start. 

NAGUT- GLEICH GEHT’S LOS!
Im Startblock war eine Bombenstimmung, während wir dem Startschuss entgegenfieberten legte ein DJ auf und die Läufer tanzten sich warm. Vor dem Start war es wirklich bitterkalt und das obwohl die Wetterapp Sonne versprochen hatte. Die war allerdings weit und breit nicht zu sehen & die App gab kleinlaut zu, dass es in Egmond gefühlte -2°C hätte. Eher -6°C wenn ihr mich fragt…
 
Ich hatte mir im Vorhinein vorgenommen, den Halbmarathon nicht im vollen Tempo zu laufen. Nach der Erkältung konnte ich froh sein, überhaupt am Start zu stehen & wollte mein Herzilein nicht unnötig gefährden. Außerdem ließ ich mir schon vorher sagen, dass Egmond nicht der Ort zum Aufstellen persönlicher Bestzeiten ist. 7km am Strand und weitere km durch die Dünen versprechen nicht unbedingt Geschwindigkeitsrekorde. Der Plan war also, die Herzfrequenz unter 160 zu halten und diesen Lauf einfach nur zu genießen. Trotzdem war die 2h Marke im Kopf, länger hätte ich ungern gebraucht. 

JETZT GEHT’S LOS!
Nach dem Start also locker losgelaufen, es ging zunächst an den Strand. Die ersten Kilometer liefen sich erstaunlich angenehm, danach wurde es beschwerlicher. Der Sand war nicht mehr fest und die Läufer vor mir wechselten verzweifelt zwischen Wasserkante und Weg in der Mitte des Strandes, ich trottelte in der Hoffnung auf festen Untergrund einfach hinterher. Vor allem die Wasserkante war nicht die beste Idee, bei KM 5 erwischte eine eiskalte Welle meinen rechten Fuß. Aber hey, das war immerhin 4 Kilometer später, als ich beim BergischWupperMarathon nasse Füße bekommen hatte 😀
Ich liebe die See und hab diese Kilometer mit Blick aufs Wasser eigentlich hauptsächlich genossen und keinen Blick auf die Pace verschwendet. Trotzdem überkam mich eine Welle der Erleichterung, als wir den Strand verließen und in die Dünen hochliefen. Genau in dem Moment, als ich über den ersten Hügel und in die Dünen kam, ließ sie sich dann doch blicken : die Sonne! Ich glaube, in dem Moment hab ich einfach über das ganze Gesicht gestrahlt  und ihr selbiges entgegengestreckt.
In solchen Moment liebe ich das Laufen aus ganzer Seele. Wind, Sand und Salz auf der Haut, Sonnenstrahlen die in der Nase kitzeln und das Gefühl, das meine Füße mich überall hin mitnehmen, wenn ich sie nur lasse.
 
So ging es also weiter durch die Dünen, durch Wälder und an Siedlungen vorbei. Faszinierend fand ich, dass eigentlich überall Stimmung war! Selbst an den entlegensten Stellen war der Streckenrand bevölkert von Menschen, die das Wetter, die Läufer und das Leben feierten!

20 KM SPÄTER
Die Streckenmarkierung vom KM 20 kam schneller als erwartet und ich war fast ein wenig enttäuscht. Das sollte es schon gewesen sein? Für meinen doch noch etwas mitgenommenen Körper aber vielleicht nicht verkehrt. Zwischendurch hatten mich andere Läufer auf Nasenbluten aufmerksam gemacht & meine Beine ließen mich den vergangenen Infekt deutlich spüren. Also nochmal einen entschärften Endspurt in Angriff genommen, und dann am Hotel & einigen bekannten Gesichtern vorbei ins Ziel gelaufen!

DIE RUHE NACH DEM STURM
Nach einer warmen Dusche ging es dann gemeinsam mit dem Rest des Teams in die Saucony-Lounge, wo wir bei Getränken und Snacks noch eine Weile beisammenstanden und die vergangenen Stunden Revue passieren ließen. Ich hatte stark den Eindruck, dass dieses Lauferlebnis uns alle berauscht hatte & einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen würde.
 
Noch immer ziemlich glücksselig enterten wir also am späten Nachmittag den Bus gen Heimat & erst hier wurde ich mir des Hungers und der Erschöpfung bewusst, die der Tag neben wunderbaren Erinnerungen zurückgelassen hatte. Die Nüsse, die eigentlich als Mitbringsel gedacht waren, fielen eben jenem Hunger zum Opfer und da ich in Reisebussen schlecht bis gar nicht schlafen kann und es auch noch viel zu viel zu bereden gab war ich froh, als ich gegen 22Uhr Zuhause ankam. 

ÜBER MÜDIGKEIT UND DANKBARKEIT
Eingeschlafen bin ich an diesem Abend mit einem breiten Lächeln im Gesicht, dem Meeresrauschen im Ohr, traumhaften Bildern im Kopf und um einige wundervolle Bekanntschaften reicher.
Und voller Dankbarkeit für diese Möglichkeit, das Meer einmal wiederzusehen, bei einem großartigen Laufevent zu starten, dafür, Beine zu haben mit denen ich laufen kann & einzigartige Menschen um mich herum.

Quelle: www.marythoner.de
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